engagiert

Seit Jahrzehnten gehören wir zu den impulsgebenden Dienstleistern der Region. Wir engagieren uns überdurchschnittlich und bieten mehr, als man von uns erwartet. Wir schaffen Vertrauen durch Spitzenleistung und stiften in jeder Beziehung Nutzen. Da wir uns mit dem Land und seinen Menschen verbunden fühlen, gestalten wir nicht nur Finanzdienstleistungen, sondern engagieren uns auch im kulturellen, sozialen und ökologischen Bereich sowie im Sport.

Evelyne Bermann (Foto)
Im Gespräch mit: Evelyne Bermann,
Jahrgang 1950, Designerin und
freie Kunstschaffende aus Schaan

Frau Bermann, Sie kommen aus dem Grafikdesign, schaffen Kunst aus Acrylglas und mit Feueremail. Sie scheinen ein Multitalent zu sein? Wäre ich gerne, aber ich bin recht vielseitig.

Was sind denn Ihre Stärken? Sprache zum Beispiel und eine ganze Menge Erlerntes.

Verraten Sie mir mehr? Ich habe eine sehr umfangreiche und breit angelegte Ausbildung genossen, die sich von der Buchgestaltung über Signete bis hin zur Fotografie erstreckte. Während meiner Wanderjahre lernte ich viele Bereiche der Gestaltung kennen. Nie als radikalen Bruch, sondern als stetige Weiterentwicklung.

Wanderjahre? Waren die damals in Ihrem Beruf üblich? Ich nenne diese Zeit einfach so. Für mich war klar, dass ich etwas von der Welt sehen wollte. Und bei aller Liebe zu Liechtenstein: Auch heute würde ich noch in die Verfassung schreiben, dass jeder junge Mensch im Ausland gearbeitet haben muss.

Interessanter Gedanke. Und wenn Sie den begründen müssten? Kein Problem. Die jungen Menschen hier können nicht früh genug erleben und erfahren, dass der Wohlstand in unserem Land nicht selbstverständlich ist. Ausserdem sollte sich jeder und jede einmal ausserhalb von Familien- oder regionalen Zugehörigkeiten einfach nur als sich selbst erleben. Das übt die Bescheidenheit.

Wie sieht es in der Acrylglaskunst mit Ihren handwerklichen Fähigkeiten aus? Hoffentlich nicht bescheiden? Hier ist ausdrücklich Professionalität gefordert. Vom Entwurf bis hin zur handwerklichen Ausführung meiner Objekte mache ich alles selber: sägen, schleifen, polieren, kleben, reinigen. Und das alles ohne Computer.

Ohne Computer? Ja. Wie unsere Vorfahren. Die konnten das auch.

«Ich habe mich für Frauenrechte stark gemacht und mich für eine Reihe von Gleichstellungsgesetzen engagiert.»

Evelyne Bermann (Foto)

Hat Ihre Kunst eine Botschaft? Sie soll das Auge erfreuen und den Geist anregen. Aber sie bietet auch einen weiteren Aspekt. Meine Objekte erschliessen sich dem Betrachter nur langsam und aus jeder Perspektive wieder neu.

Also lautet die Botschaft: «Immer mit der Ruhe»? Meine Kunst regt zum genauen Schauen und zur Langsamkeit an. Nur wer aus allen Perspektiven schaut, kann alle Seiten kennenlernen. Wie im richtigen Leben.

Politische Botschaften gibt es in Ihrer Kunst also nicht? Dazu brauche ich keine Kunst. Politische Aussagen habe ich schon immer unmissverständlich formuliert, wenn ich es für nötig hielt.

War das in der Vergangenheit oft der Fall? Zumindest regelmässig. Als ich von meinen Wanderjahren nach Liechtenstein zurückkehrte, habe ich mich gemeinsam mit anderen für das Frauenstimmrecht eingesetzt. Ich gehöre zu jenen, welche die 68er-Jahre an ausländischen Universitäten verbracht haben und somit gewohnt sind, Kritik klar und deutlich zu formulieren.

Wofür haben Sie sich noch engagiert? Bis Mitte der 90er-Jahre habe ich mich generell für Frauenrechte stark gemacht und mich für eine Reihe von Gleichstellungsgesetzen engagiert. In den letzten zehn Jahren wandte ich meine Aufmerksamkeit eher künstlerischen und kulturellen Themen zu.

Evelyne Bermann (Foto)

Was würden Sie in Liechtenstein gerne ändern? Ich würde weniger Geld für Repräsentation ausgeben und mehr für Kultur.

Ein Seitenhieb? Natürlich. Allerdings nicht an die Adresse der LLB. Denn die Landesbank engagiert sich sehr stark für das kulturelle Schaffen im Lande.

Kultur scheint Ihnen ein wichtiges Anliegen? Kultur ist, was bleibt. Wenn Sie sich heute alte Schlösser und Burgen anschauen, sehen Sie nicht mehr viel von dem, was dort einst politisch geschah. Die kulturellen Werte jedoch bleiben.

Gibt es in Ihrem Leben ein Ideal, das für Ihren Beruf von entscheidender Bedeutung ist? Viele. Aber ich beschränke mich auf drei: Mir ist wichtig, dass die Gedanken gradlinig sind, dass meine Werke authentisch daherkommen und professionell verarbeitet sind.

Von Gourmets und Restaurantkritikern erzählt man sich, dass sie nach getaner Arbeit gerne hinten in der Küche sitzen und sich zum Ausgleich mal ein einfaches Leberwurstbrot gönnen. Was «gönnen» Sie sich als einfaches Gegengewicht zu Ihrem künstlerischen Schaffen? Den handwerklichen Prozess, mit dem ich aus Ideen und Entwürfen handfeste Kunst schaffe.

Ich danke Ihnen für das Gespräch. Schon vorbei? Sie haben mich ja gar nicht gefragt, was mich stört, abstösst oder wütend macht.

Vielleicht fürchte ich die Antwort. Egal. Was macht Sie wütend? Ungerechtigkeit im Allgemeinen und im Speziellen die Ausbeutung von Menschen, Tieren oder der Natur.

Danke für diese Antwort und auch nochmals für das Gespräch.