erfahren

Know-how, Inspiration, strukturiertes Vorgehen, Integrität und Seriosität. Seit nunmehr fast 150 Jahren überzeugen wir nicht nur durch glaubwürdige Ideale, sondern auch durch junges Denken und gewachsene Erfahrung. Aus dieser Tradition heraus arbeiten wir produktiv und wirtschaftlich und schaffen Sicherheit sowie Stabilität: Stärken, mit denen wir unsere Aktionäre, Kunden, Geschäftspartner und Investoren weltweit überzeugen.


Daniel Hasler (Foto)
Im Gespräch mit: Daniel Hasler,
Jahrgang 1974, Fussballprofi beim
FC Vaduz und Spieler der liechtenstein-
ischen Nationalmannschaft aus Gamprin

Herr Hasler, Sie haben gerade Urlaub? Korrekt.

Vielen Dank, dass Sie dennoch für ein Interview bereitstehen. Achtung, fertig, los!

Gehen wir also in die Offensive. Sind Sie als Fussballer eher der impulsive oder der vorausschauende Typ? Beruflich bin ich auf jeden Fall vorausschauend – nicht nur auf dem Fussballplatz. Als Profifussballer sollte man schliesslich schon in recht jungen Jahren über seine weitere Zukunft nachgedacht haben.

Und? Haben Sie? Ja. Für mich wäre es eine klare Option, meine Erfahrungen später als Trainer an junge aufstrebende Fussballer weiterzugeben.

Sie würden sich also als erfahren bezeichnen? Wer nach langen Jahren im Profifussball nicht ausreichend viele Erfahrungen gesammelt hat, muss noch dümmer sein, als es das weitverbreitete Vorurteil Fussballern gegenüber glauben machen will.

Zu diesen scheinen Sie nicht zu zählen. Was ist die wichtigste Erfahrung, die Sie durch den Fussball gewinnen konnten? Viele Erfahrungen sind wichtig. Aber eine Lehre, die ganz besonders tief sitzt, ist die: Immer einmal mehr aufstehen, als man hinfällt.

Wann haben Sie zum ersten Mal realisiert, dass Sie über einen gewissen Erfahrungsschatz verfügen? Das ist sehr schwer zu sagen. Man merkt es spätestens dann, wenn man körperlich seine beste Zeit hinter sich hat und diese Defizite durch Erfahrung ausgleichen kann. Das geht meistens so ab dreissig los.

«Viele Erfahrungen sind wichtig. Aber eine Lehre, die ganz besonders tief sitzt, ist die: Immer einmal mehr aufstehen, als man hinfällt.»

Daniel Hasler (Foto)

Die liechtensteinische Nationalelf hat nicht jenen Weltruf, den man Frankreich, Brasilien oder auch Deutschland zuschreibt. Wie spielt es sich in einer weniger bekannten Mannschaft wie der liechtensteinischen? Für mich ist es eine grosse Ehre. Durch unser Land können Sie in 20 Minuten durchfahren. Wir haben viel weniger fussballerisches Potenzial als andere und dennoch spielen wir mit Teams wie Portugal, Island oder England auf gleicher Augenhöhe.

Welches sind die bekanntesten Fussballer, die Sie schon gefoult haben? Bierhoff zum Beispiel, Michael Owen, Ronaldo – es gibt da schon einige.

Haben Sie schon mal mit einem Fussballweltstar ein Bier getrunken? Nein. Im Allgemeinen trifft man sich eigentlich nur zu den grossen Turnieren. Und da wird Fussball gespielt, nicht Bier getrunken. Ausserhalb des Spielfeldes trifft man sich leider selten bis gar nicht.

Sie sind gelernter Zimmermann. Wann haben Sie zuletzt richtig angepackt? Das war vor sieben Jahren.

Da waren Sie schon Profi. Hatten Sie einen Zweitjob? Könnte man so sehen. Vor sieben Jahren habe ich mein Haus gebaut und alles, was ich konnte, selber gemacht.

Was konnten Sie denn? Den Dachstuhl, die Holzdecken, den Parkett und die Holztreppe.

Treppen gehören zu den richtig komplizierten Arbeiten, heisst es. Haben Sie eine Fertigtreppe verbaut oder individuell gezimmert? Aus den Holzstämmen habe ich bis zur fertig eingebauten Treppe alles selber gemacht.

Daniel Hasler (Foto)

Sitzt da jeder Handgriff oder geht auch mal etwas schief? Natürlich geht auch mal was daneben.

Macht Sie so was wütend? Nein. Zu jedem grossen Erfolg gehören auch kleine Misserfolge.

Was macht Sie denn wütend? Lügen. Und auch Dummheit.

Wann sind Sie das letzte Mal angelogen worden? Wahrscheinlich heute. Aber ich hab’s nicht gemerkt.

Ich war’s nicht. Wie auch – Sie stellen ja nur Fragen.

Welche Art von Dummheit kann Sie erzürnen? Im Fussball finden sich immer wieder Menschen, die viel Geld und wenig Ahnung haben. Das kann dann dazu führen, dass nicht nur Geld die Welt regiert, sondern eben auch die Dummheit.

Hatten Sie als Kind oder als Jugendlicher Idole? Thomas «Icke» Hässler. Von klein auf bis heute.

Hässler – Hasler. Eine gewisse Ähnlichkeit. Was genau fasziniert Sie denn so an ihm? Er ist ein begnadeter Fussballer, ein absoluter Star, der sich jedoch nie wie ein Star benommen hat und im Gegensatz zu vielen anderen Fussballkollegen normal geblieben ist.

Haben Sie Hässler jemals live getroffen? Oh ja. Wir haben in Freiburg gegen Deutschland gespielt. Eigentlich gehöre ich nicht zu den Spielern, die nach dem Spiel Trikots tauschen; lieber nehme ich mein Trikot und beschenke ein Kind. Aber als Thomas Hässler kam, habe ich ihm erzählt, mein Sohn sei sein grösster Fan. Daraufhin habe ich sein Trikot bekommen. Das eigentlich glückliche Kind war in Wirklichkeit aber ich.

Nun, heute bin ich das glückliche Kind. Sind Sie mein Fan?

Noch nicht. Aber wir haben ein gutes Gespräch geführt, obwohl ich keine Ahnung von Fussball habe. Das macht mich glücklich. Für dieses Gespräch also danke. Bitte.